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Aktuelles

Sabine Weinbeer 3. Bgm

3. Bürgermeisterin Sabine Weinbeer beim Ablegen ihres Diensteides.

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Örtlich

24.07.2009

Betriebsbesichtigung Schreinerei Pfaff in Fatschenbrunn

Schreinermeister Manfred Pfaff führte die Mitglieder der Freien Wählergemeinschaft Oberaurach durch seinen Betrieb.

Wie auch kleine Betriebe im Steigerwald sich ihre Nische schaffen und international arbeiten können, davon überzeugten sich die Mitglieder der Freien Wählergemeinschaft Oberaurach bei einer Betriebsbesichtigung in der Schreinerei Pfaff in Fatschenbrunn. Hier gab Schreinermeister Manfred Pfaff einen Einblick in das Leistungsspektrum seines Betriebs, das sowohl handwerkliche Einzelanfertigungen, als auch Konfektionierung für Großabnehmer umfasst. Die Schreinerei Pfaff sei beispielhaft für die Gewerbestruktur in Oberaurach, erläuterte Vorsitzende Gemeinderätin Sabine Weinbeer. Nur einem einzigen Industriebetrieb steht hier eine Vielzahl von kleinen und mittleren, inhabergeführten Betrieben gegenüber, die sich auch fernab der Ballungszentren ihre Nischen suchen. Angewiesen sind sie dabei auf eine gute Infrastruktur, vor allem gute Verkehrswege – auf der Straße wie der Datenautobahn. Diese Anbindungen sind auch für Manfred Pfaff wichtig, denn er liefert zum einen Kleinbestellungen für den privaten Auftraggeber, vor allem aber konfektionierte Massivhölzer wie Küchen-Arbeitsplatten oder Treppenstufen für Großabnehmer im vor allem west-europäischen Raum.. Er erläuterte, dass vor fast hundert Jahren Hermann Pfaff in einem umgebauten Stall begann, Fenster, Türen und Möbel zu fertigen. Nur wenige Maschinen standen damals zur Verfügung. IN den 70er Jahren baute Sohn Berthold Pfaff anstelle eines weiteren landwirtschaftlichen Nebengebäudes eine neue Werkstatt mit über 500 Quadratmetern, was damals in Fatschenbrunn als „Fabrik“ bezeichnet wurde. Auch sein Schwerpunkt lag auf dem Bau- und Möbelbereich, vor allem Fenster und Haus- sowie Zimmertüren vor allem für den privaten Hausbau waren das Hauptbetätigungsfeld. IN den 90er Jahren verschrieb sich die Firma immer stärker der Massivholzbearbeitung, die noch heute den Schwerpunkt bildet. Eine weitere Laer- und Werkshalle mit 700 Quadratmetern folgte, um eine saubere und trockene Lagerung der hochwertigen Rohstoffe zu gewährleisten und einen Lackier- und Behandlungsbereich für die Plattenproduktion schaffen zu können.  Damals war Pfaff vorwiegend Zulieferbetrieb und Konfektionierer eines großen Holzindustriebetriebs in der Nachbarschaft und hatte Anfang 2000 zehn Mitarbeiter beschäftigt. IM großen Stil wurden Treppenstufen und Treppenteile, Massivholzküchenplatten und Möbelteile wie auch Halbfertigwaren für die Industrie für den deutschen und europäischen Raum angefertigt. Heute, mittlerweile in die Hände des 43jährigen Manfred Pfaff übergegangen, hat die Firma Pfaff fünf Angestellte und bearbeitet nach wie vor Massivholz sowohl für Groß- als auch Einzelabnehmer. Nur wenige Mitbewerber hat er für die Fertigung von Furnierwangenplatten von bis zu fünf Metern, wie sie vor allem im Treppenbau benötigt werden. Manfred Pfaff beliefert renommierte Küchenhersteller und fertigt individuelle Tische. Ein solches Stück in modernem Design und ausgefallener Holzstruktur fand unter den teilnehmenden Damen gleich große Bewunderung. Auch eine kleine Holzkunde konnte absolviert werden, denn der Betrieb im Steigerwald verarbeitet heimische Holzsorten wie Kernbuche, Eiche und Nuss ebenso wie amerikanische Hölzer. Manfred Pfaff erläuterte, wie durch Thermobehandlung die Hölzer trendgerecht dunkel gestaltet werden. Beeindruckt zeigten sich vor allem die männlichen Teilnehmer vom hochwertigen Maschinenpark der Schreinerei, ohne den die Spezial-Aufträge gar nicht möglich wären.  


08.06.2009

Die unendliche Radweg-Geschichte

Vor Ort im Aurachgrund beschäftigten sich die FWG-Gemeinderäte mit dem geplanten Radweg. Sie wurden durch die Ortseinsicht in ihrer Auffassung bestätigt, dass die Waldtrasse eine unbefriedigende Lösung darstellt und ein Radweg entlang der Straße problemlos hergestellt werden kann.

17.04.2009

„Alles geregelt?“

Unterschleichach. Niemand beschäftigt sich gern mit seinem eigenen Ableben oder dem Gedanken an eine unheilbare Krankheit und dennoch war das Interesse groß am Vortrag „Alles geregelt? Erben, Vererben, Patientenverfügung“, zu dem die Freie Wählergemeinschaft Oberaurach ins Sportheim nach Unterschleichach eingeladen hatte. Vorsitzende Sabine Weinbeer freute sich, in Steuerberater Jens Witthüser und Notar Dr. Manuel Straßer zwei kompetente Referenten gefunden zu haben. Seit dem 1. Januar ist die Erbschaftssteuerreform in ihrer neuen Fassung rechtskräftig und vor diesem Hintergrund sollte man sich unabhängig vom Alter überlegen, ob man später vererbt oder besser vorher verschenkt, was nicht durch Steuern unnötig geschmälert werden soll, so Jens Witthüser. Recht hoch lägen die Freibeträge jetzt für Ehegatten (500 000 Euro), Kinder (400 000 Euro) und auch noch Enkel (200 000 Euro). Nichten und Neffen hingegen können nur 20 000 Euro steuerfrei erben. Auf Überschreitungen zahlen diese 30 bis 50 Prozent Steuer. Da künftig immer mehr Menschen ohne eigene Nachkommen sterben, gebe es erheblichen Handlungsbedarf. Bei der Übernahme von Unternehmen sei es glücklicherweise in letzter Minute n och gelungen, die Regelungen so zu fassen, dass kleine Unternehmen steuerfrei übergeben werden können, „wenn man aufpasst“, so der Steuerberater. Hier müssten die Einzelfälle genau betrachte werden. Bei Immobilien gebe es jetzt den neuen Begriff vom „Familienheim“, das für den überlebenden Ehegatten erbschafts- wie schenkungssteuerfrei bleibt, ohne Quadratmeter-Begrenzung, allerdings nur bei Eigennutzung für mindestens zehn Jahre. Nicht genau geregelt sind hier die zwingenden Gründe für Ausnahmen. Ob berufsbedingter Umzug hier zählt, sei noch nicht geklärt – vermutlich werde es hierzu wieder Klagen geben. Auch die Frage, was passiert, wenn der Erbe vor Ablauf dieser zehn Jahre ebenfalls verstirbt, sei nicht geregelt. Anhand von Beispielen zeigte Jens Witthüser auf, wann eine vorweggezogene Erbfolge Sinn macht und wann nicht, und dass eine aus steuerlichen Gesichtspunkten ganz gerechte Verteilung eines Erbes wohl kaum möglich ist. Abschließend machte Witthüser darauf aufmerksam, dass Erbfälle zwischen dem 1. Januar 2007 und 1. Januar 2009 darauf hin überprüft werden können, ob sie nach dem neuen Recht vorteilhafter ausfallen würden. Vom Steuer- ins Zivilrecht führte dann Notar Dr. Straßer mit den verschiedenen Arten der Vorsorge für die Fälle Geschäftsunfähigkeit, Tod, Sozialhilfe und Steuern. Das sei eine komplizierte Materie, doch dafür gebe es die Notare, die hier umfassend beraten. Er empfahl allen Anwesenden, unabhängig vom Alter eine Betreuungsverfügung zu verfassen. Wenn man eine Vertrauensperson habe, sollte man die Vorsorgevollmacht als Generalvollmacht erteilen. Dafür sei zwar eigentlich keine Form vorgeschrieben, doch einige Banken, Ärzte und Krankenhäuser akzeptierten nur notariell beglaubigte Vollmachten oder eigene Formulare. Der Inhaber dieser Vollmacht kann dann auch ohne Umweg über Gerichte die Durchsetzung der Patientenverfügung erreichen. Er selbst empfehle dafür die Vorlage des Bayerischen Justizministerium, die im Notariat erhältlich ist, oder aus dem Internet heruntergeladen werden kann. Dr. Straßer empfahl auch, diese Verfügung bei Eintreten einer konkreten Krankheit zu aktualisieren. Bei vielen schweren Erkrankungen sei der Verlauf absehbar und klar zu regeln, was der Patient an Behandlung nicht mehr wünscht. Zur Vorsorge gehört auch ein Testament, so Notar Dr. Straßer, denn gerade im Erbfall „kostet Nachsorge Geld“. Ohne Testament gelte die Erbfolge nach dem BGB und das bedeutet die Entstehung von Erbengemeinschaften. Darüber seien schon die harmonischsten Familien in Streit geraten. Viele würden beim Testament die Notariatskosten scheuen, doch ein notariell beglaubigtes Testament erspare andererseits den Erbschein. Eltern sollten hier auch festlegen, wer sich um die Kinder kümmert, sollten beide Eltern sterben. Dr. Straßer erläuterte anhand von plastischen Beispielen Begriffe wie Alleinerbe, Vermächtnis, Pflichtteil-Ergänzungsanspruch und Berliner Testament und ging auch auf das Thema Sozialhilfe im Pflegefall ein. Allerdings würde hier jeder Bezirk etwas anders handeln. Schwiegerkinder oder Enkel würden jedoch von der Sozialhilfeverwaltung nicht herangezogen, wenn für die Pflege die Rente nicht ausreicht. Allerdings werde das Vermögen bis auf die Beerdigungskosten aufgezehrt. Sabine Weinbeer dankte abschließend für den spannenden Vortrag einer eigentlich trockenen Materie. Einigen Anwesenden seien einige Ängste genommen worden, viele jedoch fassten an diesem Abend den Entschluss, dass  sie jetzt endlich Regelungen treffen müssen. „Wir wollen alle recht alt werden, doch wer weiß, was morgen passiert“, so Weinbeer, die sich mit einem kleinen Geschenk bei den Referenten bedankte.    

Notar Dr. Manuel Straßer (links) und Steuerberater Jens Witthüser (rechts) referierten auf Einladung der FWG Oberaurach im Sportheim Unterschleichach. FWG-Vorsitzende Sabine Weinbeer dankte den Referenten für einen hochinteressanten Vortrag zum Thema „Alles geregelt?“